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Prof. em. Dr. Franz Karl Praßl über den Choral der Zisterzienser

Im nächsten Auditorium am Dienstag, 22. September 2026, 20:00 Uhr, im Pfarrheim St. Marien hält der österreichische Gregorianik-Experte Prof. em. Dr. theol. Franz Karl Praßl einen Vortrag zum Thema: "Der Gesang der Zisterzienser: Eine Choralreform im 12. Jahrhundert". In der Ankündigung heißt es: "Das Repertoire des gregorianischen Chorals – des einstimmigen liturgischen Gesangs der lateinischen Kirchen – fand im späten Mittelalter durch die Zisterzienser eine umfängliche ordensinterne Überarbeitung. Angestoßen wurde die Reform 1109 durch den dritten Abt von Cîteaux, Stephan Harding: Die (überwiegend biblischen) Texte der Gesänge sollten im Vordergrund stehen und nicht von hoch entwickelten Melodien dominiert werden. 1134 gab Bernhard von Clairvaux eine zweite Choralreform in Auftrag, die 1185 mit einem Normcodex ihren Abschluss fand. Die den Reformen zugrundeliegenden Absichten (z.B. Reinheit und Ursprünglichkeit gemäß der Benediktsregel, Einheitlichkeit, Schlichtheit) verweisen insgesamt auf die Ideale der Zisterzienserbewegung, die im 12. Jahrhundert den europäischen Kontinent religiös, kulturell und wirtschaftlich prägte. In den musikalischen Fragen folgte die Reform vielfach der zeitgenössischen Musiktheorie und Ästhetik." Im Anschluss den Vortrag laden wir immer zu einem kleinen Empfang. Wie für alle Vorträge im Auditorium Kloster Stiepel gibt es einen Livestream auf dem YouTube-Kanal des Klosters.

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